RVI2026: 9. Fachtagung Rechts- und Verwaltungsinformatik Dresden University of Technology Dresden, Germany, September 24-25, 2026 |
| Conference website | https://www.rvi26.de |
| Submission link | https://easychair.org/conferences/?conf=rvi2026 |
| Submission deadline | May 3, 2026 |
„Digitale Resilienz und Souveränität – Booster für innovative Verwaltung und Staatsmodernisierung?“
1. Beschreibung
Die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung vollzieht sich im Spannungsfeld von Innovationsdruck, rechtsstaatlichen Anforderungen sowie geopolitischen und technologischen Abhängigkeiten. Digitale Resilienz und digitale Souveränität sind dabei zu zentralen Leitbegriffen staatlichen Handelns geworden. Sie bezeichnen die Fähigkeit öffentlicher Institutionen, digitale Infrastrukturen und Dienste auch unter Krisenbedingungen sicher, zuverlässig und selbstbestimmt zu betreiben und weiterzuentwickeln – und werfen zugleich Fragen nach ihren Auswirkungen auf Innovationsfähigkeit, Offenheit und organisatorischen Wandel auf.
Die wissenschaftliche Jahrestagung RVI 2026 greift dieses Spannungsfeld auf und untersucht digitale Resilienz und Souveränität sowohl als Schutz- und Stabilitätskonzepte als auch als potenzielle Treiber oder Hemmnisse offener Verwaltungsinnovationen. Im Fokus stehen rechtliche, technische und organisatorische Aspekte sowie deren Wechselwirkungen. Ziel ist es, die normativen, konzeptionellen und praktischen Implikationen entsprechender Strategien für E-Government und digitale Verwaltungsmodernisierung systematisch zu analysieren.
Die Tagung bietet ein interdisziplinäres Forum für den wissenschaftlichen Austausch und zielt darauf ab, besser zu verstehen, unter welchen Bedingungen digitale Resilienz und Souveränität innovationsfördernd wirken – und wo sie als strukturelle oder regulatorische Begrenzungen erscheinen. Unser Aufruf zur Einreichung von Beiträgen richtet sich gleichermaßen an Wissenschaftler und Praktiker, insbesondere aber auch an Studierende und Berufsanfänger. Eingereichte Beiträge werden doppelt blind begutachtet und bei Annahme im Tagungsband der GI-Serie Lecture Notes in Informatics (LNI) publiziert. Die höchst bewerteten Beiträge werden mit einem Best Research Paper bzw. Best Student Paper Award ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten zudem themenabhängig eine Einladung für eine Fast-Track-Publikation in den Zeitschriften „HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik“ (ISSN 1436-3011) oder „dms – der moderne staat“ (ISSN 1865-7192).
2. Mögliche Themenbereiche
Wir begrüßen die Einreichung von Beiträgen (deutsch oder englisch) der Verwaltungsinformatik, der Rechtsinformatik und des Informationsrechts sowie verwandter Disziplinen aus Wissenschaft und Praxis, um gesicherte Erkenntnisse, laufende Forschung und Praxisbeispiele zu relevanten Themenbereichen vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Relevante Themenbereiche sind etwa:
- Digitale Resilienz und digitale Souveränität des Staates: Konzepte, Strategien und Zielkonflikte zwischen Sicherheit, technologischer Unabhängigkeit und agiler Verwaltungsinnovation;
- E-Government im föderalen System und medienbruchfreie digitale Transformation: Governance, Koordination und Interoperabilität digitaler Verwaltungsstrukturen über föderale Ebenen hinweg;
- Digitalisierung von Verwaltungsleistungen und staatliche Plattformökosysteme: Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, Once-Only-Prinzip, Verwaltungsportale, Registermodernisierung und Deutschland-Stack;
- Digitale Identitäten, Vertrauensdienste und sichere Authentifizierungsinfrastrukturen: Rechtliche, technische und organisatorische Grundlagen vertrauenswürdiger Identitätsökosysteme;
- Datenschutz, Informationssicherheit und Cyberresilienz: Rechtliche Rahmenbedingungen, technische Schutzmaßnahmen und organisationale Sicherheitskonzepte;
- IT-Architekturen, Interoperabilität und Standardisierung: Government Enterprise Architectures, offene Standards und nachhaltige IT-Strukturen für eine resiliente Verwaltung;
- Digitale Infrastrukturen, Cloud-Strategien und Open Source: Souveräne Cloud-Modelle, Open-Source-Software und Strategien zur Vermeidung von Anbieterabhängigkeiten;
- Datenräume, Datenplattformen und datengetriebene Verwaltung: Öffentliche Datenökosysteme, digitale Zwillinge und datenbasierte Entscheidungsunterstützung;
- Public Governance, Data Governance und AI Governance: Steuerungs- und Verantwortungsmodelle für daten- und KI-basierte Verwaltungsinnovation;
- Geschäftsprozessmanagement und intelligente Prozessautomatisierung: Process Mining, Robotic Process Automation, Low-Code/No-Code, KI-gestützte Automatisierung und organisatorische Auswirkungen auf Verwaltungsprozesse;
- Innovative digitale Technologien in Verwaltung, Rechtsetzung und Rechtsprechung: Generative KI, Large Language Models, Semantic Web, IoT, Blockchain, Cloud- und Quantencomputing;
- Datenethik, Verwaltungsethik und verantwortungsvolle Digitalisierung: Normative Grundlagen, Transparenz, Fairness und ethische Leitlinien digitalen Verwaltungshandelns;
- Open Government, Open Data und digitale Partizipation: Transparenz, Nachnutzung öffentlicher Daten sowie E-Democracy und digitale Beteiligungsformate;
- Ko-kreative Verwaltungsinnovation und Kooperationen mit GovTech/LegalTech: Open Innovation, neue Formen der Zusammenarbeit und Transferwirkungen;
- Wirkungsorientierung, Nachhaltigkeit und Vertrauen in digitales Verwaltungshandeln: Performance, Evaluation, Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz und Legitimation der Verwaltungsdigitalisierung;
- Organisationale Fähigkeiten, digitale Kompetenzen und Innovationskulturen: Verwaltung: Entwicklung digitaler, rechtlicher und organisatorischer Kompetenzen, neue Rollenbilder und Qualifikationsprofile sowie institutionelle Lernprozesse.
- Implikationen der Digitalisierung für die Hochschulbildung in Rechts- und Verwaltungsinformatik sowie verwandten Fächern.
Weitere verwandte Themenfelder können aufgegriffen werden, soweit sie sich im Themenrahmen der RVI-Tagung bewegen.
Beiträge von Studierenden (Student Track)
Im Rahmen des Student Track rufen wir insbesondere auch Studierende und Absolventen der Verwaltungs- und Rechtsinformatik sowie verwandter Studiengänge zur Einreichung von Beiträgen auf. Es wird explizit erwartet, dass die Studierenden die Erstautoren der Beiträge sind. Eine Unterstützung von Betreuern ist möglich und erwünscht. Die angenommenen Beiträge werden im eigenen Track präsentiert und im Tagungsband publiziert.
3. Einreichfristen und Termine
- Einreichfrist für wissenschaftliche Beiträge: 03.05.2026
- Einreichfrist für Praxisbei-/vorträge und Workshopvorschläge: 24.05.2026
- Benachrichtigung über Annahme/Ablehnung: 29.06.2026
- Einreichung der druckfertigen Beiträge: 26.07.2026
- Präsentation auf der Konferenz: 24./25.09.2026
4. Hinweise zur Einreichung
- Wissenschaftliche Beiträge für die Doppelt-blind-Begutachtung (inkl. des Student Tracks) müssen auf Deutsch oder Englisch, anonym und im Format der LNI-Serie (https://gi.de/fileadmin/GI/Hauptseite/Service/Publikationen/LNI/LNI-Autorenrichtlinien.docx) über EasyChair eingereicht werden. Sie dürfen 12 Seiten (ohne Literaturverzeichnis) nicht überschreiten.
- Praxisbeiträge, für die keine Publikation im Tagungsband angestrebt wird, können in Form einer Zusammenfassung (Zielsetzung, wesentliche Inhalte des Vortrags, Beitrag zur Verwaltungs- und/oder Rechtsinformatik; 1-2 Seite/n) eingereicht werden. Bei positiver Begutachtung ist eine vollumfängliche Veröffentlichung in einem Praxisband vorgesehen.
- Praxisvorträge sind auf einer DIN A4 Seite zu skizzieren. Der inhaltliche Beitrag und praktische Nutzen sind hierbei im Besonderen herauszustellen.
- Bei Vorschlägen für Workshops werden neben einer Skizze auf einer Seite DIN A4 zudem Angaben zu den Organisatoren, erwarteten Teilnehmern und dem Ablauf sowie nötiger Ausstattung erbeten.
Conference Chairs
- Prof. Dr. Gunnar Auth, Hochschule Meißen (HSF)
- Prof. Dr. Tim Pidun, HTW Dresden
- Dr. Michael Räckers, ERCIS, Universität Münster
Program Chairs
- Dr. Stefan Eder, Benn-Ibler Rechtsanwälte Wien
- Prof. Dr. Jörn von Lucke, Zeppelin Universität Friedrichshafen
- Prof. Dr. Hendrik Scholta, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
- Prof. DDr. Erich Schweighofer, Universität Wien
- Prof. Dr. Christoph Sorge, Universität des Saarlandes
- Prof. Dr. Maria A. Wimmer, Universität Koblenz (angefragt)
